Acousmonium

TheAcousmaticProjectAcousmonium oder das ‚Wiener Akusmonium‘ wird so aufgebaut, dass damit der Klang in seiner Tiefenstruktur erfasst und projiziert werden kann. Die Aufgabe des Interpreten ist es, die schlummernden Qualitäten im Klang freizulegen und damit ein akustisch-plastisches Bild mit den Reglern des Mischpults zu erzeugen. Oszillieren, Akkumulieren, Überblenden, Stürmen oder Rotieren sind einige der Möglichkeiten aus dem reichen Repertoire der Spieltechniken.
Fantasmata entstehen und erregen unsere Wahrnehmung zur tieferen Erkenntnis durch das Hören – ein körperliches Hören – ein imaginierendes Hören – ein persönliches Hören.

The Project

‚The Electroacoustic Project‘ wurde im Januar 2007 von Thomas Gorbach gegründet. Es ist Österreichs einziges Projekt, dass ausschließlich auf Tonband oder Harddisk gespeicherte Werke aufführt. *
Mit der Möglichkeit der Klangspeicherung und der ort- und zeitunabhängigen Reproduzierbarkeit der Klänge hat sich das musikalische Schaffen grundsätzlich geändert. Künstlerische Ideen und technische Möglichkeiten befruchten einander und eröffnen ein weites Feld an klanglichen, kompositorischen und aufführungspraktischen Neuerungen.
Mit der Gründung des ersten österreichischen Lautsprecherorchesters, dem EAP Acousmonium, wurde die Voraussetzung für die Aufführung Akusmatischer Werke geschaffen. Das EAP Acousmonium besteht aus bis zu 30 Lautsprechern unterschiedlicher Bauart und Qualität, die den Raum einzeln oder in Gruppen beschallen. Die Interpretation am Mischpult ist eine neuartige Kunst, die eine genaue Kenntnis der aufzuführenden Werke wie auch deren Entstehungsgeschichte und Aktualität erfordert. Die Abstimmung der Raumeigenschaften, der Lautsprechereigenschaften und Lautstärkeanpassung erfordert Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung.
Die musikalischen Wurzeln liegen in der Pionierzeit der elektronischen Musik der 50iger und 60iger Jahre. Mit EAP wird die radikale Kraft dieser Zeit ins neue Jahrtausend getragen. Edgard Varèse war einer der Ersten, der die Möglichkeiten und das musikalisch-revolutionäre Potenzial dieser Musik erkannte und nutzte, gefolgt von der musique concrète, der Akusmatik, der amerikanischen ‚tape music‘ und vielen Einzelkämpfern bis in die heutige Zeit.

* Ausgenommen sind die Konzerte der PLAYING SPEAKERS LINE. Hier wird das EAP Acousmonium von aktiv „hantierenden“ Instrumentalistinnen bespielt!